Nutzenergie, Primärenergie und Endenergie – was bedeuten diese Begriffe?
Beim Bau eines Hauses wirst du mit vielen spezifischen
technischen Begriffen konfrontiert, deren Kenntnis hilfreich sein kann. Abkürzungen
wie „Ep“, „Ek“ oder „Eu“ sind für Personen, die bisher keine Berührung mit Investitionen im Bauwesen oder in der Energiewirtschaft hatten, schwer verständlich. Ihr Wissen kann jedoch die spätere Verwaltung der Kosten im Zusammenhang mit dem Stromverbrauch des Hauses erleichtern.
“EU” – Wesen der Nutzenergie
Nutzenergie (abgekürzt „Eu“) ist die Menge an Energie,
die benötigt wird, um jeden Quadratmeter des Hauses zu versorgen. Dies ist
der wichtigste Parameter bei der Berechnung der Energiekosten des Hauses bereits
in der Planungsphase des Bauprojekts.
Der Energiebedarf eines Gebäudes hängt von
diversen Faktoren ab. Zu den wichtigsten gehören beispielsweise:
- Typ und Konstruktion des Daches und der Wände.
- Art der verwendeten Wärmedämmung, einschließlich des Niveaus der Wärmedämmung von Fenstern und Türen.
- Das verwendete Modell der Hausbelüftung und der damit verbundene Wärmeverlust.
- Geografische Lage des Gebäudes und die daraus resultierenden Unterschiede im Bedarf, also auch in den Energiekosten in verschiedenen Städten des Landes.
- Die Ausrichtung des Hauses in Bezug auf die Himmelsrichtungen, d.h. die Berücksichtigung der maximalen möglichen Sonneneinstrahlung.
Ein zufriedenstellender Wert für die Nutzenergie sollte bis zu 40 kWh/m2 betragen. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist er in Bezug auf die geringeren Energieverluste, die erforderlich sind, um das Gebäude zu heizen.
“EP” – Was ist Primärenergie?
Primärenergie („Ep“) ist ein aus formalen Gründen wichtiger
Indikator, da er die Notwendigkeit berücksichtigt, dass sich der Akteur an
Änderungen im Baugesetz anpassen muss. Im europäischen und polnischen Recht wird
stets die Notwendigkeit betont, die Energie aus nicht erneuerbaren Quellen zu
reduzieren und die Energie aus erneuerbaren Quellen zu fördern. Auch Initiativen zur
Anpassung von Energiesystemen, die in den Erneuerbaren Energien (OZE) verankert sind, werden finanziell unterstützt. Im Baugesetz wurde nach 2014 der Indikator für den Energiebedarf von Gebäuden aus nicht erneuerbaren Quellen systematisch gesenkt. Für neu gebaute Einfamilienhäuser beträgt der Wert des Indikators derzeit 95 kWh/m2 pro Jahr, soll aber ab 2021 auf 70 kWh/m2 pro Jahr gesenkt werden.
Der Wert des Primärenergieindikators bedeutet für den
Investoren ungefähr die Notwendigkeit, beim Bau des Hauses energiesparende
Technologien anzuwenden, um sich effektiver an die umweltlichen und rechtlichen
Anforderungen anzupassen. Der Einsatz von Technologien, die auf die Nutzung von
OZE ausgerichtet sind, kann hier von Vorteil sein.
“EK” – Bedeutung der Endenergie
Unter diesem Begriff versteht man die Energie, die dem
Gebäude zugeführt wird, um eine angemessene Temperatur zu gewährleisten, wobei
mögliche Verluste bei der Erzeugung und Übertragung von Wärme im gesamten
Gebäude berücksichtigt werden. Die Höhe dieses Indikators wird hauptsächlich von der
Effizienz der Wärmequelle, z.B. des Heizkessels, beeinflusst.
Bei der Messung der Endenergie („Ek“) ist insbesondere die
Berücksichtigung von Methoden und Techniken zur Reduzierung von Energieverlusten
von Bedeutung. Zwei Hauptmethoden sind die bestmögliche Wärmedämmung des
Gebäudes, um die warme Luft darin zu halten, sowie die Planung des Innenraums des
Hauses auf eine optimal dichte Weise, ausgestattet mit einem mechanischen
Belüftungssystem mit effizienter Rekuperation.
Nur durch die oben genannten Lösungen kann eine
effiziente Luftzirkulation im Inneren des Hauses gewährleistet werden. Eine
effiziente Zirkulation ermöglicht einen effektiven und ungestörten Luftaustausch,
inklusive der Abführung von sowohl Wasserdampf als auch Kohlendioxid. Dies ist
wichtig für die Sicherheit der Personen und für den richtigen Komfort während
aufenthalt im Haus. Fehler in der Planungsphase der Belüftung können zu
schlechterem Wohlbefinden der Bewohner führen oder das Risiko von Schimmel an
Wänden erhöhen. Mechanische Belüftung mit einem Wärmerückgewinnungssystem
ermöglicht zudem eine optimale Nutzung der bereits „verbrauchten“ Luft. Die
Wärme dieser Luft kann nämlich genutzt werden, um die frische Luft im gesamten
Gebäude zu heizen.